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Dr. Philipp Marr

1. Preis des Jahres 2020

New aspects of deglaciation in southern Norway - Climate variability derived from surface exposure ages of Late Quaternary and Holocene landforms


Geographisches Institut, Universität Bonn

© Philipp MarrDr. Philipp Marr (1. Preis): "New aspects of deglaciation in southern Norway - Climate variability derived from surface exposure ages of Late Quaternary and Holocene landforms"
Copyright: Philipp Marr

In einer sich erwärmenden Welt ist es wichtig, den Zusammenhang zwischen periglazialen Landformen und deren Rolle als paläoklimatischer Indikator zu verstehen. Die Forschungsarbeit von Dr. Marr ist ein wichtiger Beitrag zu unserem Verständnis dieses Zusammenhangs.

In seiner zum Wettbewerb eingereichten Dissertation aus dem Bereich der Geomorphologie und Paläoklimatologie untersuchte Dr. Marr periglaziale und verwandte Landformen in Südnorwegen, um den Zeitpunkt der Deglaziation zu bestimmen und ihre geomorphologische Konnektivität mit paläoklimatischen Veränderungen während des Spät-Quartärs zu bewerten.

Die Lokationen der Eisränder des Skandinavischen Eisschildes während des letzten glazialen Maximums sind vergleichsweise gut bekannt, die Mächtigkeit des Paläoeises hingegen, welches lediglich modelliert werden kann, bleibt über weite Teile Norwegens aufgrund weniger Geländebefunde, unklar. Aufgrund des signifikanten Einflusses der früheren horizontalen und vertikalen Ausdehnung des Eisschildes auf z.B. den Meeresspiegelanstieg oder die Dynamik der Vereisung, ist es entscheidend die topographischen Strukturen und Eigenschaften des Eisschildes besser zu verstehen. Trotz jüngster Forschungsfortschritte mangelt es in Südnorwegen an terrestrischen Geländebefunden basierend auf numerischen Daten.
Dr. Marr verglich daher zwei Hochgebirgsregionen im Westen und Osten Südnorwegens, um entscheidende Geländebefunde zu ergänzen. Sowohl terrestrische kosmogene Nuklide als auch die Schmidt-Hammer-Expositionsdatierung wurden angewendet, um die Dauer der Oberflächenexposition von glazial-transportierten Felsblöcken sowie von blockdominierten glazialen, periglazialen und paraglazialen Landformen und anstehendem Festgestein zu bestimmen.
Dr. Marr konnte durch die erstmalige Erstellung von Kalibrierungskurven an diesen beiden Untersuchungsstandorten Landform-Altersschätzungen vornehmen. Neben Altersschätzungen konnte er durch die Untersuchung der Bildung und Stabilisierung dieser Landformen und der damit verbundenen Prozesse zusätzlich neue Hinweise auf die spätquartäre und holozäne Klimavariabilität und ihre Konnektivität zur Landformentwicklung liefern.


Für das Verständnis der Wechselwirkung zwischen periglazialen und glazialen Landformen ist die Datierung von entscheidender Bedeutung. Durch die Kombination der kosmogenen Nuklid Datierung mit der Schmidt-Hammer-Expositionsdatierung hat Dr. Marr gezeigt, wie dieses Hindernis teilweise beseitigt werden kann. Seine Forschungsarbeit trägt damit zum einen zum grundlegenden Verständnis der Prozesse einer sich erwärmenden Welt bei und schafft zum anderen die Grundlagen für die vielversprechende Anwendung des Verfahrens im Feld, wo es an kostengünstigen Verfahren zur absoluten Datierung mangelt.


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